Die Autorin Eva Herman hat ein Problem, je nach dem, welcher Zeitung man den Vorzug gibt, entweder Ihren Geisteszustand, ihre mangelnde Bildung oder die gegen sie gerichtete öffentliche Meinung. Sorgen über ihren Geisteszustand macht sich die „Zeitung“ mit den vier großen Buchstaben. „BLÖD“ hat auch eine Umfrage gestartet, ob Frau Herman das Recht auf ihre Meinung hat. Leider übergeht die Redaktion das bisherige Ergebnis und die zahlreichen Einträge im Forum dazu völlig. Kann sie aber auch, schließlich bestimmt die Chefredaktion die öffentliche Meinung und nicht umgekehrt. Wer in Deutschland als Sex-Monster gebrandmarkt, als Star aufgebaut oder als Girl von Seite 1 in den Spind gehängt wird, das entscheidet nicht die Realität, sondern die von BLÖD verordnete Realität. Doch ist man es bei dieser Zeitung schon gewohnt und deshalb kaum entsetzt. Doch wenn sich mehrere überregionale Zeitungen, die bisher durch guten journalistischen Stil überzeugen konnten, dazu herablassen auch ihre Leserschaft, die in ihren Foren ihre Meinung kundtut, zu ignorieren, um sich an der Hetzjagd zu beteiligen, dann bin ich geneigt, von einer gewissen Gleichschaltung der Presse zu sprechen. Bis auf einen hervorragenden Artikel in der „Süddeutschen“ über Johannes B. Kerners Volksgerichtshof, später umgeändert in Laiengericht, wird die übliche Routine abgespult, wenn man jemanden in die rechte Ecke stellen will. Gerne wird darauf verwiesen, dass die DVU nun für Frau Herman demonstrieren will. Damit hat sie schon verloren, sie bekommt Unterstützung von rechts ☹ Bitte, wer kann sich seine Unterstützer schon aussuchen. Wie bei vielen anderen Feldern besetzt eine rechte Partei nur die Lücke, die ihnen viele andere Personen und Organisationen blöderweise überlassen. Dass eine rechte Partei für Meinungsfreiheit eintritt, wäre ja ein schlechter Witz, über denn man noch lachen könnte, wenn, ja wenn Organisationen, die hierfür geeignet wären, nicht einfach schweigen würden. Unter Meinungsfreiheit fällt komischerweise in Deutschland zwar der größte linksliberale Bockmist, nicht aber eine zu der Zeit von 1933 bis 1945 missverständlich zu interpretierende Meinung. Gregor Gysi als Stasi-Spitzel zu bezeichnen wäre ein Problem, Eva Herman als Verfechterin der Nazi-Ideologie hingegen kaum. Und für eine der beiden möglichen Behauptungen gäbe es sogar Beweise. Nun, um etwas Positives aus der Kerner-Affäre zu ziehen, es ist ein Lehrstück, wie man sich zu welchen Themen in Deutschland äußern darf, um nicht zum medialen Abschuss freigegeben zu werden. So sollte man einfach ein Buch über den Sozialismus schreiben, dann in einer Talk-Show die DDR als besseres, aber leider gescheitertes Deutschland bezeichnen, deren Repräsentanten des Staates leider ab und an, Fehler sind menschlich, Menschen ausspioniert, gefoltert und erschossen haben. Shit happens! So könnte man ganz ruhig bei Onkel Johannes sitzen, ohne sich Sorgen zu machen, dass man am nächsten Tag geschlachtet wird. Unter allen Umständen ist es zu vermeiden sich über den Hauptbestandteil deutscher Geschichte zu äußern, die Zeit von 1933 bis 1945. Und sollte man dazu gezwungen sein, dann bitte im gesellschaftlich akzeptablen Stil, also mit den Worthülsen, die als unbedenklich eingestuft wurden. Man kann zwar die richtige Meinung über diesen dunkelsten Punkt der Menschheitsgeschichte haben, ohne die richtigen Floskeln wird das Thema dennoch zum Minenfeld. Selbst mit den richtigen Aussagen kann man immer noch falsch zitiert werden und dann ist es vorbei. Sofort stürzen sich die üblichen Verdächtigen auf einen, um zu sagen, was geht und was nicht. Hat man dann noch Gegner, die im vorliegenden Fall die Haltung zur Mutterrolle als Bedrohung der eigenen Lebenswirklichkeit betrachten, sollte man sich einfach ein nettes Land zur Übersiedlung suchen. Am besten Frau Herman sucht sich ein Land mit entweder fehlender problematischen Geschichte, etwa Italien, Japan oder Amerika ;-) oder liberaler Haltung beim Thema Meinungsäußerung. Unter liberaler Haltung zum Thema Meinungsäußerung ist hierbei zu verstehen, dass jedem seine Meinung, egal wie richtig oder falsch sie ist, zugestanden wird, solange die Meinung nicht irgendeinen Strafbestand unterstützt oder erfüllt.
In Deutschland hat sie sicherlich jetzt genauso viele Chancen fair behandelt und beurteilt zu werden, wie, ja wie jeder anderer, der sich nicht dem sanften Druck eines Herrn Kerner beugt und sich für egal was aufrichtig entschuldigt. Rückgrat ist bei gewissen Themen einfach hinderlich.
Ich hoffe nur, dass zumindest jeder zweite Forumsteilnehmer die Konsequenz aus dem Medientreiben zieht und sich eine Zeitung, einen Fernsehsender etc. falls vorhanden sucht, der den Begriff „öffentliche Meinung“ nicht einfach verwendet ohne mal dieselbe abzufragen.
CyranodeBonn